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Topic=Tourism
03.02.2010via sicura - Gut gemeint ist das Gegenteil von gut!
Pro Velo Schweiz begrüsst das Massnahmenpaket "via sicura" im Grundsatz, wendet sich aber kategorisch gegen die Helmtragepflicht für Kinder und Jugendliche. Pro Velo hält ein Obligatorium für überflüssig und nicht durchsetzbar.

Der Bundesrat will mit den heute verabschiedeten Massnahmen die Verkehrssicherheit erhöhen und die Zahl der Verkehrsopfer auch unter den Velofahrenden senken. Pro Velo Schweiz begrüsst diejenigen Vorschläge, die das allgemeine Unfallrisiko vermindern. Darunter ein Alkoholverbot für Neulenkende und Busfahrer, die bessere Durchsetzung bestehender Regeln, die Fahrzeugeinziehung bei schweren Verkehrsvergehen und die Sanierung von Unfallschwerpunkten und Gefahrenstellen sowie das "road safety audit".
Pro Velo Schweiz vermisst hingegen systematische Investitionen oder allenfalls entsprechende Anreize an Kantone und Gemeinden, um dringend notwendige Infrastrukturen zur Stärkung der Sicherheit der RadfahrerInnen auszubauen.

Als überflüssig, ja gar kontraproduktiv erachtet Pro Velo Schweiz die Helmtragepflicht für Kinder und Jugendliche. Die Massnahme ist vielleicht gut gemeint, bewirkt aber wenig Gutes, sondern möglicherweise das Gegenteil von dem, was sie erreichen soll.

Überflüssige Massnahme
Schon heute tragen 70% der Kinder und Jugendlichen einen Velohelm. Beispiele aus dem Ausland zeigen, dass ein Obligatorium die Quote nur mehr wenig erhöhen könnte. Freiwillige Massnahmen brächten ähnlichen Erfolg, aber weniger Nebenwirkungen.

Helmpflicht schreckt ab
Helmobligatorien führen zu einem Rückgang der Velonutzung. Dies haben verschiedene ausländische Studien gezeigt. Je weniger Velofahrende aber auf der Strasse unterwegs sind, desto gefährlicher ist es für diese.

Die Polizei hat Wichtigeres zu tun
Ein Helmobligatorium würde sich nur mit hohen Kosten durchsetzen lassen. Da Kinder nicht gebüsst werden können, entstände für die Polizei ein grosser Administrativaufwand. Bevor der Polizei zusätzliche Aufgaben mit fraglichem Nutzen auferlegt werden, sollten ihr die Mittel gegeben werden, ihre bisherigen Aufgaben für die Sicherheit der Radfahrenden besser wahrzunehmen (z.B. Abstellen von Autos auf Radwegen, gefährliche Verhaltensweisen in Kreiseln, usw.).
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Für Auskünfte stehen Ihnen zur Verfügung:

Jean-François Steiert, Präsident Pro Velo Schweiz, Tel. 079 204 13 30
Christoph Merkli, Geschäftsführer Pro Velo Schweiz, Tel. 076 455 62 03

Pro Velo Schweiz ist der nationale Dachverband der Velofahrenden in der Schweiz. Er vertritt die Interessen der Velofahrerinnen und Velofahrer auf gesamtschweizerischer Ebene. Ihm sind mehr als 35 Regionalverbände mit über 28'000 Einzelmitgliedern angeschlossen.

 

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